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Pädagogische Grundlagen
der Programme im Bereich Toleranzerziehung und Antirassismus

Das Projekt Erziehung zu Demokratie und Toleranz des CAP geht davon aus, dass vor allem präventive Ansätze für eine langfristige gesellschaftliche Änderung nötig sind. Im Gegensatz zu akuten und nachsorgenden Programmen setzen präventive Konzepte möglichst früh mit einer Auseinandersetzung der eigenen Identität und dem Anderen, dem Fremden an.

Das Projekt, das 1995 von der Bertelsmann Stiftung in Kooperation mit dem Centrum für angewandte Politikforschung initiiert wurde, möchte in diesem Bereich durch die Adaption, Entwicklung, Erprobung und Implementierung von Bildungsprogrammen innovative Impulse setzen.

 

Ansatz der Konzepte im Projekt Erziehung zu Demokratie und Toleranz
  • Fokussierung auf das Individuum in seinem alltäglichen Umgang mit Menschen
  • Qualitativer Ansatz: Demokratie und Toleranz sollen den Menschen als ganzen ansprechen und so für das tägliche Leben erfahrbar werden (Demokratie als Lebensform)
  • Umgang miteinander in der konkreten Seminarsituation erproben und in Bezug auf die Alltagswirklichkeit reflektieren
  • Kann keinen gesamtgesellschaftlichen Diskurs über die Frage einer multikulturellen Gesellschaft ersetzen (Ebene der Institutionen, Gesetzgebung)
  • Ist keine kurzfristige 'Symptombekämpfung' bei aktuellen gesellschaftlichen Konfliktlagen, sondern soll Bestandteil der allgemeinen Bildung werden
  • Arbeitet nicht mit dem "moralischen Zeigefinger"

 

Ziele der Trainings zu Demokratie und Toleranz
  • Vielfalt an Werten, Religionen, politischen Auffassungen als mögliche Bereicherung der eigenen Lebenswelt erfahren
  • Die eigene Identität stärken und einen sinnvollen Platz in der Gemeinschaft erkennen
  • Persönlichen Kontakt mit Menschen anderer Kulturen und Religionen erleben
  • Gemeinsamkeiten erfahren und Unterschiede akzeptieren

  • Gleiches Recht auf freie Entfaltung aller Menschen anerkennen
  • Den Standpunkt des Anderen als gleichberechtigt erleben und erkennen
  • Einfühlungsvermögen in die Situation des Anderen entwickeln
  • Respekt und Toleranz vor dem Anderen entwickeln

  • Konflikte als Chance zur Erweiterung der eigenen Handlungsoptionen erfahren
  • Stillschweigende Annahmen und verfestigte Deutungs- und Handlungsmuster überprüfen
  • Den Bedürfnissen beider Seiten Rechnung tragen
  • Kreative Lösungen und die Veränderung von Situationen als persönliche Handlungsfreiheit begreifen

  • Kennen lernen einer praxisorientierten Toleranzdefinition
  • Erkennen der Ambivalenz von alltäglich benutzten Begriffen
  • Ein Handlungsschema für einen Fall eines Konfliktes kennen
  • Ein Raster zur Weitervermittlung von tolerantem Verhalten haben
  • Kennen lernen weitergehender Konsequenzen der Handlungsoptionen im Konflikt

  • Gelungene Kommunikation als Vorbedingung für den erfolgreichen Umgang mit Konflikten einüben
  • Die Vielschichtigkeit von verbalen und nonverbalen Aussagen kennen und erleben
  • Hilfreiches Zuhören und notwendige Konfrontation einüben
  • Den eigenen Standpunkt transparent und verständlich machen
  • Zivilcourage einüben, handlungsfähig werden in Extremsituationen

(dargestellt von Susanne Ulrich)

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